Premiere: Jugendhilfeausschuss mit 160 Experten in eigener Sache

Der Jugendhilfeausschuss (JHA) der Stadt Villingen-Schwenningen beschreitet 22. Januar 2015 am Neuland. Zum wahrscheinlich ersten Mal tritt der JHA zusammen und wird dabei von 160 Jugendlichen beraten.

„Beindruckend“, „wunderbar“, „wichtig“ – Stadträte sind von Beteiligungswerkstatt begeistert

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Fußhoeller und einleitende Worte von Udo Wenzl besichtigen die Stadträte des JHA in einem halbstündigem Rundgang die Ergebnisse der Beteiligungswerkstatt. Nach dem Gallery Walk sind die Stadträte begeistert:

„Ich fande es ausgesprochen beeindruckend, was heute erarbeitet wurde. Die Jugendlichen die heute hier waren, waren alle sehr kreativ und engagiert. Ich denke, daraus können wir nur lernen.“ – StRin Hirt

StR Bernd Lohmiller

„Das war so ein wunderbares Ergebnis – das sind genau die Themen, die uns im Jugendhilfeausschuss immer wieder umtreiben. Ich bin auf das Gremium der Jugendlichen gespannt und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit!“ – StR Lohmiller

StR Rudolf Nenno

„Es ist beeindruckend, was die Jugendlichen zusammen gestellt haben. Trotzdem sind mir drei Dinge aufgefallen. Zum ersten kann die Kommunalpolitik bei manchen Problemen einfach nichts machen – aber diese weitertragen. Zum zweiten gibt es mache Hürden für die Arbeitsgruppen, die durch die Kommunalpolitik aber lösbar sind.  Drittens kamen Anregungen auf, auf welche die Kommunalpolitik nicht gekommen wäre.“ – StR Nenno

StR Hans-Joachim von Mirbach„Ich finde es wichtig, dass auf den Flipcharts Dinge stehen, auf die wir keinen Einfluss haben. Aber gerade was Freizeitmöglichkeiten angeht möchten wir eingehend diskutieren.“ – StR von Mirbach

Bürgermeister Fußhoeller bittet die Jugendlichen vorzutragen, was ihnen wichtig ist – Beteiligung steht oben auf der Liste

Michael Nikolski„Uns ist es wichtig einen Jugendgemeinderat in Kooperation mit dem Jugendforum einzuführen.“ – Michael Nikolski:

David Reisle„Aus jeder Schule sollten wir einen Vertreter in den Jugendgemeinderat bringen. Aus dem Jugendgemeinderat soll ein Vertreter der Jugendlichen in Form eines Vorsitzenden Kontakt zum Gemeinderat haben. Ziel ist es, dass die Jugendlichen ihre Interessen nicht nur weiter bewahren, sondern dass sie etwas bewegen und nicht nur reden wollen.“ – David Reisle

Tim Boroewitsch„Es hat bereites Gespräche mit Sabine Braun und Überlegungen zu einem Jugendgemeinderat gegeben. Die Schüler und Jugendlichen sollten sich einbringen. Es soll keine Pflichtveranstaltung werden, wo die Politiker sagen, man solle sich integrieren. Die Schüler sollen selbst Initiative einbringen.

Eine Legislaturperiode sollte zwei Jahre dauern. Ein bis zwei Mal im Quartal sollen Treffen stattfinden. Ziel ist es, das Interesse weiter zu erhalten, daher sollten in den Schulen Gespräche geführt werden. Es bringe nichts nur den Vertreter zu wählen und ihn in den Jugendgemeinderat zu setzen. Die Schüler müssen mit ihm reden, was er für sie bewegen solle.“ – Tim Boroewitsch

Der öffentliche Nahverkehr für Jugendliche lässt in VS zu wünschen übrig

Adrian Albrecht

„Viele Jugendliche aus dem Umkreis kommen abends nicht mehr in die Stadt. Die Busse fahren ab 18:00 oder 19:00 Uhr nicht mehr. Es gibt nur Rufbusse und dies sind sehr umständlich, da man nicht weiß, welche Linie der Bus fährt.

Die Fahrpläne der Busse sind oft nicht aktualisiert.

Man könnte eine Umfrage mit allen Schülern der Ortschaften durchführen, ob es sich lohnt am Wochenende, in den Ferien und zu Veranstaltungen Busse einzusetzen und die Rufbusse dann in Linienbusse umtauschen.“ – Adrian Albrecht

Jugendliche wollen sich für Freizeitangebote einsetzen

Kimberly Franz

„Unsere Gruppe hat viele Ideen. Jugendeinrichtungen sind zwar vorhanden, man hat dort aber nicht genügend Platz. Zudem fehlt die Technik und teilweise haben diese nicht den besten Ruf. Zur Verschönerung könnte man zum Beispiel Gärten anlegen oder die Jugendhäuser herrichten.

Des Weiteren wollen wir öffentliche Plätze, wo Kunstrasen, Fußballtore, Basketballkörbe und Mülleimer vorhanden sind. Wir wünschen uns auch einen Platz, bei dem ein Lagerfeuer, Grillen und Zelten erlaubt sei. Hier sollte dann auch ein Hundeverbot ausgesprochen werden.“ – Kimberly Franz

Zu den vorhanden Plätzen zeigt sie das Beispiel Skatepark in Schwenningen auf, der aus einer kleinen Halfpipe und ein bisschen Beton drum herum bestehe. Der Platz würde schlecht angenommen werden, da die Halfpipe durch einen Hubbel in der Mitte schlecht nutzbar sei und die Gefahr bestehe dass man stürzt.

Zudem wollte man durch die Herrichtung der Jugendhäuser die Möglichkeit für große Räume, wo Jugendliche Veranstaltungen für Jugendliche organisieren. Eine Unterstützung in Form von Arbeitsgemeinschaften mit Erwachsenen wäre hier denkbar.

„Bei einem Jugend- und Proberaum haben wir an das K3 gedacht, das man renovieren könnte. Den Raum mit der Musikanlage könnten Jugendliche ab 14 Jahren bis 22 Uhr nutzen. Zur Verbesserung beitragen könnten ein Tischkicker, Billard, Dart und ein kleiner Kiosk.

Zudem benötigen wir Jugendlichen Räumlichkeiten für Stufenpartys. Momentan ist es so, dass man in das Okay geht. Hier darf man zwar die Bändel verkaufen, die Einnahmen sind aber sehr gering. Die Abschlussklassen sind auf die Einnahmen der Stufenpartys angewiesen. Bei einem Raum, wo nur die Miete und Security-Kosten fällig wären, müsste man sich selbst nur um die Getränke kümmern, das wäre besser als das Okay.

Ein Shuttle-Bus von den Bahnhöfen Villingen und Schwenningen müsste die Räumlichkeiten erreichen. Der Raum sollte eine Kapazität für 200 – 800 Personen haben. Es dürfe keine Lärmbeschwerden von Nachbarn geben – eine Lage abseits von Wohngebieten wäre gut!“ – Eileen Kuhnle und Annemarie Gnielinski

Stärken und Schwächen in VS: Viel Luft nach oben

Annkathrin Weber und Leni Reinemann

„Eine Stärke von Villingen-Schwenningen ist auf jeden Fall die Stadtbibliothek. Wir wünschen uns Volleyballturniere und Open-Air-Trainingsmöglichkeiten, so wie die, die es auch auf der LGS gab.

In Villingen-Schwenningen gibt es keine Treffpunkte. Natürlich gibt es Jugendzentren wie das K3 und das Spektrum. Hier sind aber oft andere Veranstaltungen einquartiert, die dem Großteil der Jugendlichen nicht zusagen. Eine gute Idee wäre ein Jugendzentrum in der Mitte im Bereich des neuen Klinikums. Die Busanbindung müsse selbstverständlich gegeben sein. Man könnte es als großes Gebäude bauen, wo Partys für unter 18-jährige veranstaltet werden. Diese müssen nicht jede Woche sein, aber eine große Party im Monat wäre toll. Andererseits könnte man hier Räume einrichten für Tischkicker, Billard und Treffen.

Dort könnte auch ein Platz für ein Forum zum Austausch von Vorschlägen gefunden werden.“ Leni Reinemann und Annkathrin Weber

Kreis der Ideen der Jugendlichen schließt sich

Michael Nikolski„Man merkt wo sich der Kreis hier schließt, zum Beispiel beim Bau des Jugendzentrums. Der Jugendgemeinderat könnte ein Raumprogramm entwickeln. Dies wurde schon mehrere Male gemacht und wieder abgestellt. Man muss das Verfahren nun beschleunigen und Druck ausüben. Wir warten seit 2007 darauf, dass irgendeine Möglichkeit errichtet werde um sich zu treffen und zu kommunizieren. Wir wollen das nicht nur in Schwenningen, sondern auch in Villingen und Schwenningen, wir sind schließlich eine Doppelstadt. Wir brauchen eine Möglichkeit uns einzubringen und dies in Form eines Jugendgemeinderates beziehungsweise gemeinsam mit dem Jugendforum.“ – Michael Nikolski

Jugendliche haben Plan für ’s Rössle

Melisa Önsal und Jasmin Haller„Wir haben herausgefunden, dass Villingen-Schwenningen die Eröffnung des Zentrums nicht in der Hand habe. Wir haben in Schwenningen weniger Möglichkeiten einzukaufen oder etwas essen zu gehen, als in Villingen. Wir könnten zusammem mit dem Oberbürgermeister nach Berlin fahren, um dort mit dem Besitzer des ’s Rössle zu sprechen und die Interessen aufzuzeigen.“ -Melisa Önsal und Jasmin Haller

Udo Wenzl, Moderator, kündigt Politikzug am 12. Mai an

Udo Wenzl erklärt, wie Jugendbeteiligung gelingen kannUdo Wenzl bedankt sich bei den Jugendlichen für die Mitarbeit und informiert zu einer Veranstaltung. Am 12. Mai fahren zwei Politikzüge von Konstanz und von Karlsruhe nach St. Georgen. Man habe festgestellt, dass auf der Strecke Karlsruhe / Konstanz fast die meisten Jugendgemeinderäte und Jugendforen liegen. Die Stadt St. Georgen lade zu einer Jugendpolitik-Veranstaltung ein. Fünf bis zehn Jugendliche aus VS seien eingeladen hieran teilzunehmen. Wir werden auch hier auf jugendbeteiligung-vs.de daran erinnern und einladen.

„Das Thema ÖPNV ist nicht nur ein Thema von VS, sondern ein regionales Thema. Ihr seid in der glückliche Lage im Landkreis ein großes Projekt der alternativen Mobilität mit Landesmitteln umzusetzen. Die Jugendlichen aus Bad Dürrheim haben ähnliche Themen formuliert. Es muss nun die Chance genutzt werden, neue Mobilität zu entwickeln!“

2 Comments
  1. Johannes B. 4 Jahren ago

    Guten Abend!
    Ich musste sogar meinen vollständigen Namen angeben!
    Meine Aussagen werden konsequent unterdrückt!

    • Author
      Franz Sauerstein 4 Jahren ago

      Hallo Johannes,
      welche waren denn deine Aussagen? Eine konnte ich keinem Namen zuordnen.

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